Wie bekomme ich Kontakt mit meiner Seele?

Nachdem ich letzte Woche so oft gefragt wurde, wie man mit der Seele Kontakt aufnehmen kann, wird es höchste Zeit mal wieder darüber zu schreiben.

Viele von euch die meinen Blog schon lange lesen wissen, dass ich immer wieder erwähne, dass ich mich von meiner Seele leiten lasse. Doch für diejenigen von euch, die erst seit kurzem hier sind stellt sich vielleicht die Frage was ich damit meine, wenn ich das Wort „Seele“ verwende.

Hier ist mein Versuch zu erklären wie man den Kontakt mit der Seele vertiefen kann.

Abgeschnitten und einsam

Meine Geschichte beginnt mit einer Erfahrung, die du bestimmt kennst. Als Jugendliche habe ich mich ziemlich einsam und abgeschnitten gefühlt. Selbst wenn ich von vielen Menschen umgeben war, fühlte ich mich einsam.

Da war eine Leere in mir, die nichts und niemand füllen konnte. Keine Beziehung konnte diese Leere füllen. Kein äußerer Erfolg konnte mich dauerhaft zufriedenstellen. Etwas fehlte. Und das schlimmste war, dass ich nicht einmal wusste, was mir fehlt.

Wie viele andere Menschen habe ich eine Suche begonnen. Ich suchte in politischem Aktivismus (Fehlanzeige), in Erfolgsstreben und Leistungskampf (Fehlanzeige) und in der Suche nach dem perfekten Partner der mich glücklich machen soll (Wow, das funktionierte auch nicht.)

Die Tür öffnet sich nach innen

Die Midlife-Krise kam bei mir etwas früher als bei anderen. Ich war Anfang zwanzig als ich auf einmal spürte, dass ich nicht mehr kann. Ich wollte nicht mehr kämpfen. Ich wollte nicht mehr darauf warten endlich geliebt zu werden. Ich wollte meine innere Leere nicht mehr spazieren tragen.

Weil mir nichts anderes einfiel, setzte ich mich in meiner kleinen Einzimmerwohnung auf meine Matratze (ein Bett hatte ich nicht) und schloss meine Augen. Ein leiser Gedanke berührte mich: „Ich habe alle möglichen Wege abgesucht. Doch alle diese Wege führten nach außen, weg von mir. Was ist wenn die Antwort in meinem Inneren ist? Was ist wenn das was ich suche in meinem Inneren zu finden ist?“

Also saß ich da mit geschlossenen Augen und wartet gespannt auf das große Erlebnis. Ich muss schmunzeln wenn ich an diesen Moment zurückdenke. Ich hatte solche riesigen Erwartungen. Ich wollte die unglaubliche Weisheit, die goldenen Trompeten und das spirituelle Feuerwerk – aber bitte nach drei Minuten, denn länger hielt ich es nicht aus, still da zu sitzen. Ach Lea! 😉

Letztendlich spürte ich bei meinem ersten Experiment eigentlich nur – nichts. Naja, nicht wirklich nichts, aber fast nichts. Da war eine Ahnung von Frieden, ein Hauch von Wärme, aber ganz bestimmt nicht das was ich erwartet habe.

„Vielleicht muss man das trainieren?“, fragte ich mich. Und schon war eine tägliche Praxis geboren. Ich begann täglich weich zu atmen und nach innen zu lauschen. Mal war ich ungeduldig und wollte endlich mehr fühlen, mal war ich glücklich weil sich etwas mehr geöffnet hat.

Die liebevolle Stimme

Weil ich in dieser Phase meines Lebens tausend Fragen hatte, begann ich meine Fragen in mein Inneres hineinfallen zu lassen, wie Kieselsteine in einen stillen See.

„Wie kratze ich genug Geld zusammen, dass ich meine Miete bezahlen kann?“

„Wie finde ich eine neue Wohnung?“

„Was ist meine Bestimmung?“

Und das erstaunliche war, dass aus der Stille in meinem Inneren vage Ahnungen auftauchten. Es war als ob etwas versuchen würde, mir zu antworten.

Ich bemerkte, dass ich kaum etwas wahrnehmen konnte, wenn ich in meinen Gedanken kreiste und im Verstand hing. Doch wenn ich weich atmete, in meinem Körper präsent wurde und in meinen Bauch hinein sank, tauchten auf einmal zarte Hinweise auf.

Waren das Worte die ich hörte? Nein, eher vage Gefühle, Stimmungen und Ahnungen.

Mittlerweile nach vielen, vielen Jahren der täglichen Übung kann ich diese Sprache besser verstehen. Am Anfang war es jedoch ziemlich mühsam. Ich musste immer wieder nachfragen: „Soll ich mich zwingen diese Aufgabe zu erledigen oder soll ich mich lieber ausruhen? Soll ich diesen Termin wahrnehmen oder lieber absagen?“ Mit jeder Frage sank ich tief in meinen Bauch und wartete ab.

Mit der Zeit wurde mir bewusst wie liebevoll diese Stimme ist, die da zu mir spricht.

Ich habe sie als geduldig, ermutigend und mitfühlend erlebt. Genau diese Qualitäten brauchte ich damals. Ich fühlte mich wie ein Waisenkind das von liebevollen Eltern gefunden wird und Schritt für Schritt wieder auf einen liebevollen Weg zurückgeführt wird.

Mit der Zeit bemerkte ich, dass ich mit meiner Seele in Berührung bin.

Was ist die Seele?

Die Seele ist der lebendige Teil unseres Wesens. Mit deinem ersten Atemzug (und schon vorher) zieht deine Seele in deinen Körper ein und bleibt dort solange dein Leben andauert. Wenn wir sterben verlässt unsere Seele ihre menschliche Hülle, den Körper. Unsere Seele setzt ihre Reise fort.

Wer ist eigentlich Gott?

Lange Zeit habe ich das Wort „Gott“ nicht verwendet weil es für mich so sehr behaftet war mit alten Vorstellungen. Doch mittlerweile habe ich eine ganz andere Beziehung zu Gott. Es gibt einen lebendigen Strom der Schöpfung den wir vor allem in der Natur spüren können. Dort spüren wir die Schöpfung Gottes in jedem zarten Grashalm, im flauschigen Fell von einem scheuen Feldhasen, in den Blumen die im Frühling erblühen. Gott ist Liebe pur. Gott ist Zartheit. Gott ist Leben.

Welche Beziehung hat unsere Seele zu Gott?

Ich erlebe uns Menschen als Kinder Gottes. Wir sind erschaffen aus Gottes Liebe, wir sind Teil des Göttlichen – und doch haben wir einen freien Willen erhalten mit dem wir – wie man auf der Erde sehr schön beobachten kann – jede Menge Schönes und auch Schreckliches anrichten können. Wenn wir unser Leben mit Gott in Einklang bringen erleben wir Heilung und Entwicklung – und wir selbst werden heilsam und helfen anderen Menschen dabei sich zu entwickeln.

Warum tut es weh?

Viele Jahre habe ich durch meine tägliche Praxis eine Beziehung zu meiner Seele aufgebaut. Ich merkte wie sehr sich mein Leben dadurch verwandelt hat. So viel Frieden, Stille und Liebe sind in mein Leben eingekehrt.

Doch so schön es sich auch anhören mag mit der eigenen Seele in Berührung zu kommen – oftmals spüren wir nicht nur Liebe und Erlösung, sondern eine tiefe Wut und ein großes Gefühl der Enttäuschung, wenn wir unsere tiefe Verbindung heilen wollen.

Ich weiß wie viele Tränen ich geweint habe und wie zornig und verzweifelt ich meiner Seele meinen Schmerz vor die Füße geworfen habe. Ich habe sie beschuldigt mich alleine zu lassen. Ich habe sie beschuldigt mich alleine und schutzlos all den schmerzhaften Erfahrungen in meiner Kindheit auszuliefern.

„Warum hast du einfach zugeschaut und mich so leiden lassen?“

Das war der Dorn in meinem Herzen.

Das war die Wunde die ich nicht vergeben konnte.

Wütend auf die Seele

Je mehr ich mich sicher genug fühlte, meine wahren Gefühle mit meiner Seele zu teilen, desto mehr überraschte sie mich. Sie war nicht schnippisch oder überheblich, sie hatte keine salbungsvollen Weisheiten für mich, die meinen Schmerz zerreden sollten.

Meine Seele hielt mich in meinem Schmerz.

Meine Seele hielt mich in meinem Zorn.

Meine Seele zeigte mir ihre Liebe. In jedem Atemzug neu. Sie hielt den Ozean meiner Tränen und den Berg von unerlöstem Schmerz. Sie half mit dabei die Wunden meiner Vergangenheit zu heilen.

Immer wieder sagte ich zu ihr: „Ich bin so zerbrochen. Ich bin innerlich so kaputt. Andere hatten vielleicht eine glückliche Kindheit und können voller Vertrauen in ihr Leben gehen und sich trauen ihre Fähigkeiten zu zeigen, doch ich sitze hier, habe eine Angstattacke nach der anderen und fühle mich wie ein Haufen Müll.“

Doch meine Seele ließ nicht locker.

Wo ich einen Haufen Müll sah, sah sie ein Potenzial für Heilung und Veränderung.

Sie versprach mir, dass wir alles nachholen, was ich in meiner Kindheit nicht bekommen habe. Sie versprach mir, dass wir alles heilen was zerbrochen ist. Atemzug für Atemzug päppelte sie mich wieder auf. Mein Herz begann zu heilen. Ich begann wieder Liebe zu empfinden. Liebe für mich selbst und Liebe für andere Menschen.

Doch meine Seele war nicht zufrieden damit, dass ich mich weiterhin in einem stillen Eck verkrieche. Nein, sie lockte mich Schritt für Schritt aus meinem Versteck heraus. Sie zeigte mir wer ich bin und welche Fähigkeiten ich habe.

Sie schubste mich liebevoll mitten hinein in meine Bestimmung.

Ich wollte überleben und meine Seele wollte, dass ich lebe.

Wenn die Seele im Alltag verloren geht

Eine Frage, die mir häufig gestellt wird, ist dass es zwar möglich ist, sich für kurze Momente mit der Seele zu verbinden, doch dann im Alltag passiert es, dass wir die Verbindung zu ihr wieder verlieren. Woran liegt das?

Ich gebe euch die Erklärung, die mir meine Seele gegeben hat, als ich mit ihr durch diese Versteckspiel-Phase gegangen bin.

Sie sagte mir: „Schau mal so viele Jahre hast du in deiner grauen Leidenshöhle gesessen. Ich führe dich langsam ans Licht. Doch wenn es dir zu viel wird, dann ist dein erster Impuls schnell wieder in die Höhle zurückzugehen. Nicht ich verlasse dich“, sagte meine Seele. „Du rennst weg.“

Doch meine Seele fand das gar nicht tragisch. Nein sie machte ein Spiel daraus. Egal wie oft ich wegrannte, egal wie oft ich in meine graue Höhle zurückkehrte – ich durfte immer wieder zu ihr zurückkommen.

Je mehr ich die Liebe meiner Seele kennenlernte umso heftiger war mein Unbehagen, wenn ich mich wieder vor ihr versteckte. Das war ganz gut so, denn so hatte ich jede Menge Motivation zurückzukehren.

Die Liebe die auf uns wartet

Egal wie lange wir weg waren, es gibt eine Liebe die auf uns wartet.

Da ist eine Liebe die unseren wahren Namen kennt. Sie wartet darauf uns in die Arme nehmen zu dürfen. Es spielt keine Rolle wo wir waren und wie grau uns staubig wir zurückkehren – das einzige was zählt, ist dass wir zurückkehren.

Mit der Zeit wächst unser Vertrauen.

Unsere Wurzeln verankern sich in dieser Liebe.

Wir wachsen und gedeihen. Von der Sonne gewärmt, vom Regen rein gewaschen.

Wir leben.

Wir leuchten.

Wir erwachen.

 

P.S. In der Oase, meiner Mitgliederseite, findest du viele Videos und Audioaufnahmen die dich dabei unterstützen, mit deiner Seele in Kontakt zu kommen. Die wöchentlichen Live-Webcasts begleiten diesen Prozess. Bis zum 30. April 2017 kannst du dich noch für die Oase anmelden.

Lea Hamann

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