Gerechtigkeit und BGE

Besonders der Grundeinkommen-Gegner Christoph Butterwegge bemüht gerne den Gerechtigkeitsbegriff, um nachzuweisen, dass das Bedingungslose Grundeinkommen unangemessen sei.

Hier schreibt Josef Bordat über »Gerechtigkeit«, und macht zurecht ein Fragezeichen, wenn es darum geht, ob Gerechtigkeit etwas mit »Gleichheit« zu tun hat. (Paywall)

https://www.die-tagespost.de/feuilleton/Gerechtigkeit-als-Gleichheit;art310,193430

Eigentlich genügt das »Gleichnis vom Weinberg« in der Bibel, um den Gerechtigkeitsbegriff ausreichend im Sinne des Bedingungslosen Grundeinkommens zu erklären.

https://www.bibleserver.com/text/EU/Matth%C3%A4us20

Natürlich ist es seltsam, dass diejenigen das gleiche Geld bekommen sollen, die nur eine Stunde gearbeitet haben, wie diejenigen, die den ganzen Tag im Weinberg arbeiteten. – Das ist ungerecht.

Wenn man aber die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel sieht, kann eher Verständnis aufkommen. – Wenn »ein Denar« die Existenz eines Arbeiters für einen Tag garantierte, dann hatten alle mit diesem Geld ihre Existenzsicherung erhalten. – Was nicht mehr als billig ist.

Sie hatten also ein »Grundeinkommen« bekommen, für einen Tag. – Darüber hinaus aber, müsste sehr wohl gefragt werden, wie mit unterschiedlicher Arbeit und Arbeitsumfang umgegangen wird.

Wer als Arbeiter darauf spekuliert, für viele Arbeitsstunden viel Geld zu bekommen, muss dies mit dem »Arbeitgeber« aushandeln. – Würde der Arbeitgeber, hier der »Besitzer des Weinbergs«, sich nicht darauf einlassen, dann müsste der Arbeiter sich weigern können, bei dem Arbeitgeber zu arbeiten. – Das kann er aber nur, wenn er ein Bedingungsloses Grundeinkommen hat oder sich bei einem anderen Arbeitgeber als Arbeitssklave verdingt.

Wer soll ihm ein Bedingungsloses Grundeinkommen geben?

Wenn sich die Bürger zusammenschließen und befinden, es sei gerecht, wenn jeder seine Existenzsicherung »bedingungslos« erhält, dann müssen sie sich die Umsetzung überlegen und gemeinsam dies bewerkstelligen.

Mit dem »Besitzer des Weinbergs« hat das dann nichts mehr zu tun.

Das heißt, Gerechtigkeit ist auch eine Absprachesache. – Wenn die Menschen in den Gesellschaften ein Bedingungsloses Grundeinkommen »gerecht« finden, dann ist damit eine Grundlage im Sinne einer »gemeinsamen Regel« gefunden, die umgesetzt werden kann.

Die Gerechtigkeiten, die Christoph Butterwegge einbringt, Leistungsgerechtigkeit, Bedarfsgerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, sind doch auch nur »Meinungen«. – Bestimmt seine und die anderer Lobbyisten, die der Mehrheit keine sichere Existenz gönnen, ohne Arbeitszwang.

Gesellschaft heute

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