DER Weg zum MenschSEIN – UBUNTU – ICH bin, weil WIR sind

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Ein Anthropologe bot Kindern eines afrikanischen Stammes der Xhosa-Kultur ein neues Spiel an. Er stellte einen Korb voller Obst in die Nähe eines etwas entfernten Baumes und sagte ihnen, wer zuerst dort sei, gewänne die süßen Früchte.

Als er ihnen das Startsignal gegeben hatte, nahmen sie sich gegenseitig an den Händen und liefen so gemeinsam zum Baum!

Dort angekommen, setzten sie sich gemeinsam auf den Boden und genossen ihre Leckereien zusammen. Als der Lehrer sie fragte, weshalb sie so gelaufen seien, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen,

antworteten sie:

 „Ubuntu“ (das bedeutet) „ ICH bin, weil WIR sind“

und erklärten dazu:

„Wie könnte einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?“

Eine positive Ideologie

In seinem Ursprung ist Ubuntu eine Ideologie. Aber im Gegensatz zu den meisten Ideologien, die immer auch einige negative Assoziationen mit sich führen wie Naivität, falsche Ansichten oder unnützem Optimismus, verkörpert Ubuntu ein Konzept, nach dem es sich zu streben lohnt. So wie die Menschen miteinander verbunden sind, sei es auf sozialer, politischer oder sonstiger Ebene – so betreffen unsere Taten auch unsere Mitmenschen. Ubuntu sieht genau das und zeigt, wie wir uns moralisch richtig verhalten sollten, im Sinn des Allgemeinwohls, da alles und egal, was wir tun, auch Konsequenzen für die Menschen um uns herum hat.

Wie Desmond Tutu sagt: “Eine Person ist eine Person durch andere Personen” (umuntu ngumuntu ngabantu).

Auf diese Weise können wir von der philosophischen Weise des “Othering” Gebrauch machen, um Ubuntu zu erläutern.

Was “Othering” ursprünglich zu Grunde liegt, ist, dass man zu demjenigen wird, als den andere einen sehen. Wenn das stimmt, dann kann “Othering” mit Hilfe der Philosophie von Ubuntu als etwas Positives gesehen werden und zwar durch das Streben nach Einheit und dem Wohlwollen aller – den Grundlagen von Ubuntu.

Ubuntu an anderen Orten

Ubuntu ist nicht nur in Südafrika, sondern in den meisten afrikanischen Ländern bekannt: So heißt es “Obuntu” in Uganda und Tanzania, “Unhu” in Zimbabwe; der Name ändert sich geringfügig, aber die Auffassung bleibt weitestgehend dieselbe.

Ubuntu besagt nicht, dass man sich nicht bereichern darf, aber man soll die eigene Bereicherung als etwas ansehen, das auch anderen zu Gute kommt.

„Ubuntu heißt sich gegenseitig zu helfen.“ Nelson Mandela

„Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“. Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-88), deutscher Agrarpolitiker und Gründer Raiffeisengenossenschaften

Was einer alleine nicht schafft, das erreichen viele gemeinsam. Das ist das Prinzip jeder Genossenschaft.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen und seine Idee

Im Revolutionsjahr 1848 (Märzrevolution) erschien das Gesetz über die Grundentlastung. Dadurch wurden die Bauern frei von den letzten Verpflichtungen gegenüber ihren Grundherren.

Die freien Bauern standen aber nun unter dem Druck der Märkte, besonders in den österreichischen Ländern. Hier führten billigere landwirtschaftliche Produkte aus Böhmen und Ungarn und internationale Importe zu einem starken Preisverfall. 1870 stürzte der Getreidepreis um 80 Prozent.

Eine rasch steigende Verschuldung der Bauernwirtschaften begann, die sich bis zur Jahrhundertwende fortsetzte. Viele verschuldete Höfe wurden zwangsversteigert.

Für die Bauern war es damals fast unmöglich, günstige Kredite zur Deckung des laufenden Kapitalbedarfs, etwa für Saatgut und Betriebsmittel, Reparaturen und Ähnliches, zu bekommen. Der Wucher blühte.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen war ein deutscher Sozialreformer, dem die Lösung dieses Problems ein wichtiges Anliegen war.

Als Bürgermeister einer Gemeinde im Westerwald wurde Raiffeisen täglich mit der Not der Bauern, Arbeiter und Handwerker konfrontiert.

Nach mehreren wenig erfolgreichen karitativen Ansätzen gewann er die Überzeugung, dass nur Hilfe zur Selbsthilfe die Probleme der Menschen lösen konnte.

Nach einem von Raiffeisen entwickelten Modell bildeten die Landwirte Genossenschaften, die nicht auf Gewinn, sondern auf Förderung ihrer Mitglieder ausgerichtet waren.
Die Spareinlagen der Mitglieder in den sogenannten Darlehenskassenvereinen konnten in Form von günstigen, langfristigen Darlehen wieder an Mitglieder abgegeben werden.
Für viele eröffnete sich damit erstmals die Möglichkeit, Geld für Investitionen oder die Überbrückung von Dürrejahren aufzunehmen.

Nächster Schritt war der gemeinsame Einkauf von Betriebsmitteln wie Saatgut und die gemeinsame Lagerung und der gemeinsame Verkauf von Agrarerzeugnissen. Dadurch musste man nicht in Zeiten von Überangeboten zu Schleuderpreisen verkaufen und konnte warten, bis die Preise günstiger waren.

Die Idee vom gemeinschaftlichen Einkaufen und Vermarkten, die der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen vor gut 160 Jahren ins Leben gerufen hatte, wurde 2012 von der  UNO zum Jahr der Genossenschaften ausgerufen, um auf diese Weise – in Zeiten einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu betonen, dass gemeinsames und verantwortungsvolles Engagement auf dem Wirtschaftsmarkt für nachhaltige Entwicklung wichtiger denn je sind.

Allein den Kreditgenossenschaften schlossen sich zwischen 2008 und 2010 rund 466 000 neue Mitglieder an. Denn spätestens in der Finanzkrise erkannten die meisten, dass die genossenschaftlichen Banken, die nicht(!!) renditefixiert und spekulativ arbeiten, ein krisenfestes Modell sind.

Doch nicht nur in dieser traditionellen Genossenschaftsform engagieren sich immer mehr Menschen: Sie entstehen im Patientenversorgungsbereich, Dienstleistungssektor, im Energiebereich, in Form von genossenschaftlichen Dorfläden oder Theatern und vieles mehr – Überall dort, wo auch neuer Gemeinsinn gefragt und erwünscht ist. Vor allem entstehen sie auch zunehmend dort, wo sich Staat und Kommunen aus Finanzierung und Versorgung zurückziehen.

Keine andere Rechtsform bietet den Mitgliedern die Möglichkeit der Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitverantwortung ohne staatlichen Einfluss. Dieses System hat sich weltweit in über 100 Ländern bei mehr als 800 Millionen Genossen durchgesetzt und bewährt. So ist z. B. in Kanada jeder dritte Einwohner Mitglied einer Genossenschaft. In der Elfenbeinküste finanzieren Genossenschaften Schulen, Krankenhäuser und Straßen. In Kuwait ist 80 % des Einzelhandels genossenschaftlich organisiert.

Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung – dieses traditionelle Motto der Genossenschaften hat heute neues Leben bekommen: Viele Menschen wollen gemeinschaftlich und wirtschaftlich Anforderungen wieder selbst in die Hand nehmen. Genossenschaften – sie haben einen wichtigen Stellenwert für die Zukunft der Gesellschaft und Wirtschaft.

zitatUbuntu heißt sich gegenseitig zu helfen.zitat Nelson Mandela

Oder wie das Motto der Netzfrauen: „Was eine nicht schafft, schaffen viele.“

Quelle: Die „U B U N T U“ – Geschichte – netzfrauen– netzfrauen

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DER Weg zum MenschSEIN in Freiheit und SELBSTbestimmung – Die Lösung ist da, nun muss der Weg nur noch gegangen werden. – Wer geht mit?

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