Aus der Existenzangst ins Vertrauen

In meiner Morgenmeditation ging es heute wieder einmal um das Thema Geld. Seitdem ich denken kann, begleiten mich immer wieder Gefühle von Angst im Bezug auf meine Existenz.

Auch wenn ich rückblickend erkenne, dass ich jeden Tag meines Lebens versorgt war, so fordert mich dieses Thema immer wieder heraus, mein Vertrauen zu vertiefen.

Heute möchte ich mit euch teilen, was mich das Einlassen auf meine Existenzangst gelehrt hat und wie man das tiefe Vertrauen wieder findet.

Verdienen kommt von Dienen

Beginnen wir ganz von vorne.

Meine Einstellung zum Thema Geld unterscheidet sich grundlegend von anderen Business-Coaches. Der grundlegende Impuls der mich dazu brachte meine Arbeit mit der Welt zu teilen, kam nämlich gar nicht aus dem Wunsch Geld zu verdienen.

Zunächst einmal war es ein tiefes Gefühl in meinem Herzen, das mich bewegt hat. Es war wie eine Quelle die in mir zu sprudeln begann. Ich wusste, dass ich aus dieser Quelle teilen möchte.

Je aufmerksamer ich die Menschen um mich herum wahrgenommen habe, umso klarer wurde mir, wie viel sichtbares und unsichtbares Leid existiert. Ich spürte die Härte in den Berufen, den gesundheitszerstörenden Druck der ständig wächst.

Etwas in mir sagte: Ich möchte einen neuen Weg zeigen.

Etwas in mir sagte: Ich möchte mein Leben dieser Aufgabe widmen.

Etwas in mir sagte: Ich möchte etwas einbringen, was wertvoll ist.

Einen neuen Weg bereiten

Dienen heißt für mich, dass ich wahrnehme wo die Menschen heute stehen, die einen neuen Weg beschreiten wollen.

Stehen sie ganz am Anfang? Dann kann ich am besten helfen, indem ich etwas anbiete, was die ersten zarten Schritte erleichtert.

Sind sie bereits unterwegs? Dann brauchen sie vielleicht praktische Anleitungen und Tipps für die Umsetzung. Damit kann ich am besten dienen.

Stehen sie kurz vor dem Ziel und irgendwo hakt es noch? Dann ist es mein Job, dabei zu helfen die letzten dunklen Ecken auszufegen und die Essenz ihrer Selbständigkeit zum Leuchten zu bringen.

Ich muss schmunzeln an die ersten Jahre meiner Selbständigkeit, in denen ich oft meinen eigenen Willen durchsetzen wollte wenn es um meine Angebote ging. Doch wenn man wirklich helfen will, dann ist es wichtig zu wissen, dass wertvolle Hilfe immer genau das beinhaltet was jetzt am meisten gebraucht wird.

Meine Fähigkeit mit meiner Arbeit Geld zu verdienen ist in dem Maße gewachsen, in dem meine Arbeit tatsächlich Menschen diente. Je wertvoller, wirksamer und kraftvoller meine Arbeit wurde, um so mehr habe ich verdient – und gedient.

Die innere Haltung für dein Geld

Je mehr sich der Gedanke durchsetzt, dass man sich aus dem Hamsterrad der alten Arbeitswelt befreit und eine Selbständigkeit aufbaut, umso mehr unterschiedliche Wege und Philosophien entstehen.

In den letzten Tagen sind mir immer wieder Menschen begegnet, die sagten: „Ich habe keinen Bock mehr etwas zu tun, ich will endlich viel Geld haben und meine Ruhe haben.“ Ihr Traum von Selbständigkeit ist, nichts mehr damit zu tun zu haben und trotzdem ein regelmäßiges Einkommen zu haben.

In diesen Kreisen gibt es jeden Monat neue Ratgeber mit neuen, immer raffinierteren Geld-Tricks. Da werden zweifelhafte Onlineprodukte verschachert und seltsame Werbe-Deals abgeschlossen. Hauptsache, es kommt am Ende Geld dabei heraus.

Mich spricht diese Haltung nicht an.

Denn in den letzten zwölf Jahren meiner beruflichen Selbständigkeit habe ich bemerkt, dass allein der Wunsch Geld zu verdienen mich nicht durch die herausfordernden Zeiten trägt. Wenn mein Seelen-Business mich herausfordert zu wachsen, mich weiter zu entwickeln, wenn meine inneren Wunden heilen müssen – dann hilft mir nur eins: Es ist die Liebe tief in mir, die mich trägt.

Es ist die Liebe, die sagt:

Ich möchte einen neuen Weg zeigen.

Ich möchte mein Leben dieser Aufgabe widmen.

Ich möchte etwas einbringen, was wertvoll ist.

Diese Liebe gibt mir die Kraft den nächsten Schritt zu machen. Sie gibt mir die Kraft ein tiefes Tal zu überwinden und an mich zu glauben. Sie gibt mir die Kraft über mich selbst zu lachen und meinem Weg zu vertrauen. Es ist Liebe, die mich motiviert. Liebe zu mir selbst. Liebe zu den Menschen die ich begleite. Liebe zu diesem neuen, zarten Weg den wir gemeinsam erschaffen – und gemeinsam gehen.

Was hältst du zurück?

Wenn ich auf meine finanzielle Geschichte zurückblicke, dann hat mich jedes finanzielle Tief (die waren ziemlich häufig in den ersten Jahren meiner Selbständigkeit) eingeladen, zu erkennen, was ich noch zurückhalte.

Was teile ich noch nicht?

Was drücke ich noch nicht aus?

Was verstecke ich vor der Welt?

Wenn ich ehrlich mit mir war, wusste ich immer, was es ist das ich zurückhalte. Manchmal liegt ein schwerer schmerzhafter Selbstzweifel wie ein Stein auf unseren größten Begabungen. Manchmal spüren wir täglich, dass etwas in uns gelebt und ausgedrückt werden möchte – doch wir tun es nicht.

Wir alle haben diese leise Stimme in uns die sagt:

Ich habe etwas zu geben.

Solange wir uns verstecken vor den Menschen die uns dringend brauchen, können wir ihnen nicht helfen. Solange wir dem inneren Kritiker erlauben, uns kleinzuhalten und zu schämen, können wir uns nicht voll entfalten.

Geld kommt in Fluss, wenn wir uns innerlich aufrichten und beginnen, mit der Welt zu teilen, was wir zu geben haben.

Geld annehmen lernen

In den vergangenen Jahren habe ich sehr viel darüber geschrieben, wie man die Beziehung zum Geld heilen kann und wie wichtig es ist, dass wir die Liebe im Geld wieder wahrnehmen.

Geld ist Energie.

Genauso wie der Strom unseres Atems durch den Körper strömt, so möchte der Fluss des Geldes durch unser Leben strömen.

Wir atmen aus und teilen mit der Welt was wir zu geben haben.

Wir atmen wir ein und nehmen an was zu uns kommen möchte.

Einigen von uns fällt es leichter auszuatmen und unsere Gaben mit der Welt zu teilen, anderen fällt es leichter einzuatmen und anzunehmen was ihnen zusteht.

Erfüllend wird es, wenn wir beides lernen.

Für mich persönlich war es leichter, aktiv zu werden und meine Arbeit zu tun. Der Schritt meine Liebe mit der Welt zu teilen war mir vertraut. Doch ganz anders sieht es mit dem Annehmen von Liebe aus.

Zuerst wollte ich diesen Teil komplett weglassen. Ich bin meinen finanziellen Tiefs so dankbar, denn wie weise Lehrer traten sie in mein Leben und zeigten mir: „Da fehlt etwas. Du übersiehst einen Teil des Ganzen.“ Erst mit der Zeit war es mir möglich mein Herz zu öffnen für die Liebe, die mich erreichen möchte.

Immer wieder erinnert mich das Leben daran, wie wichtig es ist, anzunehmen. Nachdem ich die letzten Tage deutlich mehr zu tun hatte und sehr viel gegeben habe, stand gestern ein wunderschöner Blumenstrauß vor der Tür. Mir kamen sofort die Tränen, denn ich wusste, das ist wieder ein Zeichen. Du gibst etwas von dir hinaus in die Welt – und dann darfst du innehalten und annehmen.

Wenn ich diese Liebe in Worte übersetzen müsste, würde sie sagen:

Ich sorge für dich.

Auch wenn du mich vergisst.

Ich sorge für dich.

Auch wenn du glaubst ich hätte dich verlassen.

Ich sorge für dich.

Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst.

Ich sorge für dich.

Ich sorge für dich.

Ich sorge für dich.

Lea Hamann

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